Blog 38  (25.03.2015)

Unsere zweite Intervention haben wir in drei Bezirken durchgeführt.  Schon der Weg in den ersten Bezirk war abenteuerlich. Sieben Mal sahen wir uns Hindernissen gegenüber in Form von Erdrutschen, stecken gebliebenen Lastwagen oder wir selber sassen im Schlamm fest. Nach 17 Stunden kamen wir in Tanambe an. Die Freiwilligen (community workers) und ihre Gesundheitshelfenden (health care workers) erwarteten uns am nächsten Tag und liessen sich ohne Probleme vom Projekt anstecken. An allen Orten erlebten wir eine grosse Offenheit und spürten den Wissensdrang von den Freiwilligen. Ein Gesundheitshelfer meinte: “Ich bin beeindruckt und ich sehe es jetzt auch – wir können unsere Situation verändern und müssen nicht auf andere warten!“

Seit anfangs März ist Elodin, eine junge madagassische Ärztin zu uns gestossen. Sie hat ein eigenes Projekt am Laufen: das Känguru Projekt. Dem medizinischen Personal wird gezeigt, wie Frühgeburten oder zu leicht geborene Babys ohne Inkubator versorgt werden können. Inkubatoren gibt es nur ganz wenige auf Madagaskar und viele dieser Babys sterben ohne die Känguru- Behandlung. Dabei ist diese nicht schwierig. Die Kinder müssen nur konstant direkt auf der Haut getragen werden und die Körpertemperatur der Mutter, Vater oder der Grosseltern kommt einem Inkubator gleich.  Frühgeburten oder zu leicht geborene Babys gibt es viele in Madagaskar. Grund dafür sind Mangelernährung, sehr junge Mütter, viele Geburten, unbehandelte  Infektionen, etc. Das Känguru Projekt läuft bereits in Tamatave und wird nun auch in Fiarantsoa eingeführt.

Wir versuchen weiter an Spendengelder zu gelangen. Dies fällt uns weiterhin schwer und ohne die treue Unterstützung von der Familie und von Freunden ginge es nicht. Wir versuchen mit dem Wenigen durch zu kommen, doch das fordert viel an Improvisation und auch einiges an Aushalten. Wir bräuchten eigentlich dringen ein vier Rad angetriebenes Auto. Die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel fordert viel von uns ab und ist sehr zeitaufwendig.

Story von Nicole Imboden: Der letzte Einsatz erstreckte sich über 11 Tage. Er forderte viel von mir. Die Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind ohne Humor schwer zu ertragen. Die Unterkünfte sind zum Teil unvorstellbar und erst nach einer Reinigung nicht lebensgefährlich! Jeden Tag aber spürte ich Gottes Beistand und Fürsorge. Die Heimreise war besonders anstrengend, da wir erst 7 Stunden auf einem Traktor fuhren und darauf achten mussten nicht herunter zu purzeln. Weiter ging‘s mit einem kleinen Minibus, eingezwängt ohne jeglichen Spielraum, doch dies war eine Wohltat – sich mal nicht festhalten müssen! Ich meinte zu Danhy: “Wär das nicht cool, ein Sprinter, Sitze ganz vorne und ab nach Tana“. Als wir kurz darauf beim Umsteigeort ankamen, gab es da wirklich ein Taxi-Brus, das noch nach Antananarivo wollte. Es war ein Sprinter und wir erhielten die Vordersitze!  Als dann, mitten in der Nacht, nach viel madagassischer Musik, plötzlich "Gotthard" spielte, fiel ich fast vom Hocker! Mitten im Nirgendwo, auf einer Rumpelpiste und nur die Sterne als Zeugen und ich kann Musik von zu Hause hören - genial! Dies kleine Zuckerchen tat auch wirklich gut, kamen wir doch erst nach 27 Stunden an!