Blog 37  (12.02.2015)

Wir sind mit einem Schnellzug ins neue Jahr gestartet!
Am ersten Arbeitstag des neuen Jahres bestätigte uns der Schweizer Botschafter, dass er eine Audienz beim Premierminister von Madagaskar für uns beantragte. Am selben Nachmittag erhielten wir einen Termin für den nächsten Tag.
Ende des Jahres 2014 erkannten wir, dass nur eine Anordnung des Gesundheitsminister/ Premierminister die Gesundheitsmitarbeitenden dazu bringt, die Freiwilligen (Community workers) in den Dörfern auszubilden. Von vielen Seiten wurde uns gesagt, dass dies nie erfolgen werde, da wir keine grosse Organisation sind und auch keine starke Finanzierung bieten können.
Der Premierminister war aber sofort für unser Vorgehen zu gewinnen und er arrangierte noch am selben Tag ein Treffen aller wichtigen Personen der Einsatzregion 2015. Drei Tage später erfolgte unsere Präsentation. Der Generalsekretär bestätigte vor den Verantwortlichen unser Vorgehen: Projekte in der Vergangenheit haben deutlich gezeigt, dass Interventionen von extern keine langfristige Veränderung bringen. Die einzige Hoffnung liegt in der Veränderung von innen heraus, durch die Madagassen selber. AiNA soa fördert dies und hilft mit, dass die Madagassen eigenen Wege gehen können. Dies wurde von allen anerkannt und auch begrüsst. Wir behandeln dieses Jahr als Pilotprojektjahr. Wenn das Projekt erfolgreich sein wird, soll es multipliziert werden.

Die ersten Treffen mit den Gesundheitsmitarbeitenden erfolgten bereits diese Woche. Da wir selber mit sehr geringen finanziellen Mitteln klar kommen müssen, erreichten wir die Orte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es war sodann nicht schwer für die Gesundheitsmitarbeitenden zu sehen, dass wir nicht fordern, was wir nicht bereit sind auch selber zu erdulden. Alle drei von den bis jetzt fünf besuchten Orten stimmten dem Vorgehen zu und sind bereit, dies Pilotprojekt mit uns zu starten, ohne finanzielle Leistungen zu erhalten. Der Multiplikation von Wissen über Erste Hilfe durch die Madagassen selber, steht nun nichts mehr im Wege und wir werden sehen, wie brauchbar dies für sie wird.

Story Nicole Imboden: Diese Woche haben wir “unsere“ Region das erste Mal besucht und die Gesundheitsmitarbeitenden getroffen. Ich war so mega froh, dass ich für diese 10-stündige Reise vorne sitzen konnte den Eingeklemmt auf den Sitzen im Minibus ist das kein Spass, denn die Hälfte des Weges legten wir rumpelnd auf ausgefahrenen Naturstrassen zurück. Müde, aber heil erreichten wir unser erstes Ziel. Die Landschaft ist einfach nur schön: eine grosse Fläche mit unzähligen Reisfeldern, gesäumt von Hügeln und über allem der weite blaue Himmel. Meine Aufgabe war es, den Mitarbeitenden der primären Gesundheitszentren unser Vorhaben zu erklären und ihnen ihre Mehrarbeit schmackhaft zu machen. Der erste Eindruck war, dass uns dies gelungen ist. Wir reisten am selben Tag an unseren zweiten Einsatzort und auch da konnten wir eine positive Haltung erkennen. Zufrieden ging es am Nachmittag zurück. Um vier Uhr morgens war ich endlich wieder in meinem sauberen Zuhause und im bequemen Bett. Herrlich und dazu noch das schöne Gefühl zu haben, auf dem guten Weg zu sein, dass Ziel zu erreichen und die Menschen damit segnen zu können.