Blog 35  (10.11.2014)

Unsere zwei Lehrbücher wurden vom Gesundheitsministerium von Madagaskar validiert!  Das ist kein kleines Unterfangen, da jedes Buch 50 Kapitel enthält und somit 18 verschiedene Departemente den Inhalt bestätigen mussten. Die Verhandlungen waren auch nicht ganz einfach. Die Verantwortlichen hatten Wünsche, die wir technisch nicht alle umsetzten konnten. Inhaltlich gab es aber nur Kleinigkeiten zu bemängeln, die wir verbessern konnten. So wurde unser Lehrmaterial von allen 16 anwesenden Departementen bestätigt.

Die Bücher gingen diese Woche in den Druck. Für die Laien sind die Bücher farbig, da die Bilder von grösserer Bedeutung sind. Für die Gesundheitsmitarbeitenden drucken wir sie schwarz-weiss um eine höhere Auflage zu erzielen. Ein Buch für die Freiwilligen mit 362 Seiten in Farbe können wir für CHF 7.65 drucken. Das Schwarz-weisse von den Gesundheitsmitarbeitenden drucken wir für ca. CHF 3.80.  Da die Quantität den Preis bestimmt, drucken wir 2‘500 Bücher in einem Rutsch. Über die Hälfte ist bereits versprochen und für nächstes Jahr benötigen wir jedoch noch viel mehr.

Das Vorwort wurde von unserem Begleiter Dr. Roland von INSPC verfasst, wird vom Premierminister von Madagaskar unterzeichnet, der zugleich der Vorsitzende des Gesundheitsdepartements ist.

Im Moment arbeiten wir mit Hochdruck an einem Antrag, wodurch wir Spendengelder beantragen können. Der Abschluss des Pilotprojektes für November wird vorbereitet und auch das nächste Jahr muss im Detail geplant werden.

Story von Nicole Imboden: Je länger ich hier bin desto mehr spüre ich die kulturellen Unterschiede. Zum Teil geniesse ich sie und zum Teil machen sie mich sprachlos. Am eindrücklichsten ist der Unterschied der Leistungsgesellschaft zur Beziehungsorientiertheit der madagassischen Kultur. Unsere Mitarbeitenden verstehen oft nicht wieso sie mehr leisten sollten, höhere Qualität anstreben müssen und welche Wichtigkeiten ein Zeitplan haben kann. Es ist auch ein wenig verrückt; ich versuche einem rein madagassischen Team einen Schweizer Standard beizubringen. Ich denke oft – Könnte ich sie doch nur machen lassen. Da wir aber von ausserhalb von Madagaskar finanziert werden, erwartet man von uns auch deren Qualität und Quantität. Dabei renne ich innerlich oft die Wände rauf und runter. Ich finde jedoch beeindruckende Menschen vor mir, die versuchen Neues zu begreifen und zu lernen. Menschen, die nicht aufgeben und den tiefen Wunsch haben, eine Veränderung für ihre Landsleute zu bewirken. Im Moment bin ich gefordert weniger zu tun und sie mehr machen zu lassen, dabei aber nicht das Wesentliche zu verpassen und sie so zu unterrichten, dass sie es verstehen und umsetzen können. Es ist mir weiterhin ein Privileg, mit diesen wertvollen Menschen zusammen zu arbeiten und diesen Weg gemeinsam zu gehen.