Blog 25  (16.09.2013)

Seit dem 12.09.2013 sind wir nun eine amtlich registrierte Hilfsorganisation in Madagaskar. Ein Ring-Heft voller Papiere musste 10-fach eingereicht werden, weil unser Antrag von 10 Ministern bewilligt werden musste! Vier Monate dauerte es, bis wir nun diese Anerkennung erhalten haben. Nun werde wir in die Pflicht genommen, Sozialversicherungen und Steuern für unsere Mitarbeitenden zu zahlen. Mit diesem Papier ist der Weg jedoch auch frei, offizielle Arbeitsvereinbarungen mit dem Gesundheitsministerium zu fixieren. Diese Vereinbarungen sollten auch bei einem Regierungswechsel an Gültigkeit nicht verlieren.

Unser Lehrheft benötigt noch drei Kapitel: Hautkrankheiten, Verhütung und Hilfe bei einer Geburt. Letzteres ist eine Herausforderung und wir versuchen noch Hilfe von einer Hebamme zu erhalten. Leider ist vor zwei Woche unsere Ärztin Tiana ausgefallen und wird dies vermutlich noch weitere zwei Wochen. Wir arbeiten mit Hochdruck und haben weiterhin zum Ziel, das madagassische Produkt per 15.12.2013 fertig zu stellen. Die englische Version wird es wahrscheinlich noch nicht schaffen, da das ganze Manual kapitelweise in die USA, nach Süd Afrika und England zur Korrektur geschickt wird.

Vom 23.-27.09.2013 werden wir eine Woche lang ein Fotoshooting machen, um die Bilder für das Manual zu erhalten. Dazu haben wir einen professionellen Photographen engagiert und 11 Laien als Models. Ein altes Ehepaar wird dabei auch Model stehen. Sie sind bitterarm und sind froh über diesen Verdienst. Sie werden halbtags jeweils am Morgen arbeiten und können sich nach dem gemeinsamen Mittagessen erholen. Das Team, sowie die Models sind alle etwas aufgeregt, daher sind wir sehr froh, einen Fotographen gefunden zu haben, der die nötige Ruhe und Geduld mitbringt.

Story von Nicole Imboden: Nun bin ich stolze Besitzerin einer Honda cc 125! Lustigerweise ein ähnliches Model, wie ich es vor 20 Jahren auch schon gefahren bin. China hat dieses Vehikel extra für Afrika produziert und es funktioniert einwandfrei – sofern ich mich nicht grad verschalte! ;-)
Fahren auf madagassischen Strassen hat es in sich -  
wie ihr euch das sicher vorstellen könnt! Schlaglöcher, so gross wie ein Biotop wären ja mit diesem Motorrad ein kleines, aber da sind ja noch die Ochsenkarren zum Überholen, Hühner, denen man ausweichen muss, Menschen, die keinen Zebrastreifen kennen und diese madagassische Fahrweise, die keine Verkehrsregeln erkennen lässt (oder zumindest habe ich noch keine entdeckt)! Alles hat eine eigene Dynamik und ehrlich gesagt hat auch das seinen Reiz. Grundsätzlich ist die Haltung angebracht: Ab ins Getümmel und jede Lücke nutzen – und irgendwie funktioniert‘ s! Vermeidliche Abkürzungen sind mit Vorsicht zu geniessen, denn plötzlich befindet man sich auf einem Fussweg zwischen den Reisfeldern. Auf dem Land kann sich eine Strasse zum nächsten Dorf plötzlich zu einem Motocross Parcours mausern und es wird klar, wieso keine Autos verkehren. Naja, ihr seht;  Madagaskar hat einiges zu bieten und lässt fast keine Überraschungen aus. ;-)