Blog 24  (15.08.2013)

Schreiben, übersetzen, korrigieren, schreiben, übersetzen, korrigieren… Unser Alltag – aber nicht mehr lange!!! Im Moment verfassen wir die letzten Kapitel und haben ein Ende in Sicht. Natürlich ist das Lehrheft noch lange nicht fertig und muss nochmals überarbeitet werden, um zu sehen, ob wir noch praktische Hinweise hinzufügen können. Gerne würden wir auch bewährte, natürliche Heilmittel einschliessen. Im Moment ist uns noch nicht klar, wie und wo wir die Informationen darüber erhalten und wie die Abgrenzung aussehen soll. Kennen Sie bewährte natürliche Heilmittel? Gerne nehmen wir diese entgegen und können sie eventuell einbringen.

Für die englische Version sind wir noch auf der Suche nach englisch sprachigen Menschen, die uns die Texte nochmals korrigieren können. Wir haben Anfragen gestartet und warten auf Antworten.

Mit dem Bildmaterial sind wir einen Schritt weiter. Nein, bislang blieb die Bild-Spendensuche erfolglos, aber wir haben plötzlich realisiert, dass wir ja selber Fotos machen können. Wir werden somit mit eigenen Fotos arbeiten und nur für die Anatomieerklärungen externe Bilder benötigen. Das Lehrheft wird dadurch authentischer. Die Mitarbeitenden haben darauf hingewiesen, dass wir dabei die verschiedenen Ethnien in Madagaskar berücksichtigen müssen. So werden wir die Akteure und Akteurinnen auch dahingehend auswählen. Das Fotoshooting planen wir auf Mitte bis Ende Oktober. Einen guten Fotographen müssen wir noch suchen, da unsere erste Wahl, Stefan Hoene von Feinkontur, nicht ohne weiteres vorbei kommen kann.

Story von Nicole Imboden: Flip-Flops, Wollmütze und Winterjacke. Heute mal ein Thema, welches normalerweise wenig Aufmerksamkeit von mir erhält: Mode! Die madagassische Mode unterscheidet sich im Alltag nicht wesentlich von der westlichen. Bei Anlässen jedoch sehr. Die Madagassen sind gerne elegant angezogen, so in etwa wie wir dies an einer Hochzeit tun würden. Beim 1. August Empfang der Schweizer Botschaft wurde dies deutlich. In der Einladung wurde uns mitgeteilt, dass Stadtkleidung angemessen sei. Was Schweizer und Madagassen darunter verstehen, kann jedoch unterschiedlicher fast nicht sein: Schweizer kamen in guter, aber legerer Kleidung und die Madagassen elegant, wie an einem Staatsempfang. Es brachte uns zum Schmunzeln, diese Gegensätze so deutlich vor Augen geführt zu bekommen. Wir Schweizer ein Volk von Bauern? Naja, so hat jeder seine Wurzeln! ;-) Morgen bin ich zu einer Hochzeit eingeladen. Wahrscheinlich werde ich es nicht schaffen, den madagassischen Standard zu erreichen. Zum Glück bin ich ein Vaza – da wird mir verziehen! (Vaza – Weisser Mensch) Wieso kaufe ich nicht einfach nach madagassischem Standard elegante Kleider? Kleider kaufen in Madagaskar kann eine langwierige Sache sein. Die Kleidergrössen gibt es meist nur bis max. Grösse 38 und asiatisch geschnitten. Auf den Second-Hand Märkten könnten schon schöne Kleider mit viel Glück und noch mehr Ausdauer gefunden werden, doch wer hat die Nerven dafür?
Weshalb Flip-Flops, Wollmütze und Wintermantel? Im kalten Wetter (ca. 18°C) laufen die meisten Madagassen genauso herum. Ich frage mich ständig ob sie keine kalten Füsse haben. Als ich mit Marianne in der Nähe des Strandes Barfuss lief, fragten sich zwei Madagassen: Was sind das für arme Vaza’s, die nicht mal Schuhe besitzen? Schuhe sind ein Statussymbol und dass diese sauber sind, ein absolutes Muss. - Hab noch nie so oft die Schuhe geputzt! ;-)