Blog 19  (05.05.2013)

Blog 19

Dieses Wochenende konnte Nicole Imboden die ehemaligen Studenten vom Pilotprojekt in Bakaro besuchen. Es war erneut sehr ermutigend zu hören was sie alles erleben und wie sie das gelernte umsetzten. Beispiele von drei Studenten:
Lalsoa versorgte eine Patientin mit einer Brandverletzung. Die schon etwas ältere Wunde sah nicht gut aus, da die Leute glauben, bei einer Brandverletzung müsse drauf gespuckt werden! Lalasoa hat die Wunde versorgt und auch den Dorf Arzt beigezogen. Die Wunde ist infolge ihrer Behandlung gut verheilt. Besonders freute sie, dass sie einer Frau helfen konnte, welche ihr Kind am Wegrand gebar. Sie hatte wie gelernt reagiert und beide sind bis heute wohlauf.
Dorette half einem Jungen, welches sich ins Bein geschnitten hat, indem sie einen Druckverband anlegte und ihn zum Arzt sandte. Ein weiteres Kind hatte starke Bauchschmerzen und die Eltern wollten es nicht zum Arzt schicken. Sie überzeugte die Eltern, das Kind erhielt die nötigen Medikamente und wurde wieder gesund.
David hat seit der Schulung guten Kontakt zum Dorf Arzt und wird oft geschickt Patienten zu untersuchen, wenn dieser keine Zeit findet. Er hilft bei einfachen Geburten und wird von Menschen in der ganzen Umgebung gerufen.
Es gibt noch viele Geschichten – schön war einfach zu sehen, dass sie das Wissen anwenden und weiter geben. Als sie von unserem Vorhaben erfuhren, ein Buch für Erste Hilfe, Krankenpflege zu Hause und Prävention zu schreiben, waren sie sehr froh darüber. Heute benutzen sie ihre Notizen vom Unterricht, haben aber kein weiteres Nachschlagewerk. Durch diesen Besuch im Dorf sind wir erneut ermutigt in unseren Vorhaben.

Story von Nicole Imboden: Auf Besuch bei “unserer kleinen Farm“ – wer kennt die Geschichte nicht der Familie Ingells? Ich durfte zwei Tage mit einer Familie verbringen, die mich sehr an die heile Welt erinnerte, die, wie ich glaubte, man nur in dieser Geschichte findet.  Die ganze Familie ist ein kleines Unternehmen mit einer wahr gewordenen Vision. Nirina und seine Frau hatten schon lange auf dem Herzen die Menschen mit Hilfe eines Radios zu erreichen. Als sie von dem Radiosender hörten, welcher ich vor 12 Jahren nach Madagaskar brachten, fragten sie sie sich ob dies die Antwort auf ihre Gebete sei. Ein Haus zur Benutzung wurde ihnen in Bakaro angeboten. Mit den Verantwortlichen des damaligen Projektes wurden sie einig und heute senden sie vier Stunden im Tag. Alle helfen mit. Die Kinder haben aber auch ihre eigenen Zukunftswünsche. Nathan will Politiker werden. Mit seinen 18 Jahren beginnt er ein Soziologie Studium im Sommer. Er ist aktiv in der Jugendarbeit und meinte zu mir: „als Politiker darf ich mir keinen Lapsus leisten und muss ein vorbildliches Leben führen!“ Olivia, 16 Jahre alt ist eine liebe Seele. Schnell übersetzte sie, wen sie merkte ihre Eltern konnten mich nicht verstehen. Sie hat von sich aus eine Kinderarbeit begonnen und so kommen jeden Samstag ca. 30 Kinder zu ihr um Geschichten zu hören, zu spielen und Neues zu lernen. Luc ist 14 Jahre alt und hat ein hervorragendes Gehör. Er spielt Klavier, Trommelt und lernte in nur zwei Wochen die Gitarre zu spielen! Am zweiten Abend haben wir gemeinsam Musik gemacht – drei Teenager – ohne scheu und mit ganzem Herzen dabei! Vor dem zu Bett gehen wird gemeinsam die Bibel gelesen und gebetet. Man merkt dieser Familie an: Sie haben einander gerne, vertrauen sich tief und versuchen nach den biblischen Prinzipien zu leben. Da sie mit dem Radio kein Geld verdienen, flickt Nirina Bücher und seine Frau möchte Hühner halten um Eier zu verkaufen. Bislang fehlte jedoch das Geld dazu. Sie leben von geschenkten Esswaren und von Spenden. Selber geben sie weiter wann immer sie können. Manchmal ist es jedoch sehr knapp und gerade ist eine regelmässige Spende zu Ende gegangen. Falls jemand Freude hätte dies beeindruckende Familie zu unterstützen – sie würden sich freuen.