Blog 17  (10.04.2013)

Blog 17

Die ersten Kapitel des Unterrichtsmanuals sind in intensiver Bearbeitung. Wie geplant, erarbeiten wir erst fundiertes Unterrichtsmaterial, bevor wir ausbilden. Internationales Wissen wird als Basis genommen und an die madagassische Realität angepasst. Das Ziel ist es, Unterrichtsmaterial zu erarbeitet, mit hohem medizinischem Standard, aber sehr praxisnah. Wir erarbeiten gleichzeitig zwei Manuals, da wir zwei verschiedene Ebenen ansprechen möchten. Die erste Ebene sind die Freiwilligen in den Dörfern und die zweite Ebene sind die Mitarbeitenden in den Gesundheitscentren. Diese Centren gibt es hauptsächlich in den ländlichen Gebieten von Madagaskar, wo keine Ärzte praktizieren. Die Mitarbeitenden sind keine Ärzte und keine Pflegefachleute, sondern haben ein begrenztes aber wiederum handlungspraktisches Wissen. Unser Manual soll ihnen dienen, die Themen, welche sie den Freiwilligen vermitteln sollen, zu vertiefen. Das Manual hat drei Hauptteile: Erste Hilfe, Pflege zu Hause und Prävention. Wir decken ein breites Spektrum ab und behandeln die relevanten Krankheitsbilder. Herausgefordert sind wir durch die Sprachen. Erst wird das Manual in Englisch und Madagassisch geschrieben, später ev. auch noch auf Französisch übersetzt. Im Moment ist unsere Arbeit unspektakulär, wir sitzen ein Grossteil unserer Zeit vor dem PC und arbeiten am Manual. Nächste Woche werden wir die Unterlagen für die Registrierung als Hilfswerk einreichen können. Sobald ein Teil des Manuals geschrieben ist, werden wir es mit den Verantwortlichen von INSPC besprechen.

Story von Nicole Imboden: Kinder mit Babys auf dem Rücken, alte Menschen, Mütter mit Kleinkindern und Menschen mit einem Handicap finden sich vor allem im Zentrum von Tana zusammen und betteln um ihren täglichen Reis. Wie begegne ich dieser Not? Die Kinder sind oft von ihren Bezugspersonen geschickt worden und verdienen Geld für die Familie. Soll ich Geld geben? Manchmal tue ich das. Wenn ich kann, kaufe ich ihnen aber lieber etwas zu essen. Oft entsteht jedoch eine Kettenreaktion und plötzlich sind da ganz viele Kinder, die etwas essen möchten. Caroline, die ein Kinderheim leitet, lädt die Kinder regelmässig in ihr Center zum Essen ein. Viele kommen jedoch nicht – da sie Geld für die Familie verdienen müssen. Den betagten Menschen gebe ich Geld. Ohne eine Altersversorgung bleibt ihnen oft keine andere Wahl und die Not ist meist sichtbar. Es ist keine langfristige Lösung, aber sie hilft im Moment. Manchmal gebe ich auch nichts. Ich versuche die einzelnen Menschen und ihre Not zu sehen, bin aber ein Teil von einem Ganzen und gehe davon aus, dass auch andere Menschen helfen werden. Meist entscheide ich spontan und intuitiv. Es ist definitiv eine Herausforderung und es gibt keine feste Antwort. So versuche ich individuell zu reagieren und hoffe, dass ich gebe, wenn ich geben soll, sowie in einer Weise, die den Menschen wertschätzt. Verschiedene Hilfswerke sind in der Stadt tätig und sie versuchen den Menschen zu helfen. Antananarivo hat ca. zwei Millionen Einwohner und somit leben fast 10% aller Madagassen in der Hauptstadt.